Der Initiativkreis katholischer Priester und Laien der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat kürzlich dem zuständigen Diözesanbischof die Entweihung einer Pfarrkirche im Bistum gemeldet.
(kreuz.net, Nürtingen) Der Brief des Initiativkreises an Bischof Gebhart Fürst ist mit dem 25. Oktober
datiert.
Der Initiativkreis des Bistums Rottenburg-Stuttgart nennt sich Philipp-Jeningen-Kreis und setzt
sich überwiegend aus Akademikern zusammen. Er besitzt auch Mitglieder, die in Nürtingen – 20 Kilometer
südlich von Stuttgart – wohnen.
Gegenstand der Kritik ist die Ausstellung „Oh Maria“ in der Pfarrkirche
St. Johannes von Nürtingen. Dort wurden offenbar Bilder und Skulpturen von überwiegend nackten Frauen
gezeigt, „die sich darauf in erbärmlicher Weise prostituieren“, so der Initiativkreis.
Die umstrittenen
Darstellungen – die angeblich alle die Muttergottes verkörpern – wurden im Marienmonat Oktober in der
Kirche zur Schau gestellt.
Ein Gotteshaus für derartige Darstellungen zu mißbrauchen sei – so der Initiativkreis –
ein Skandal: „Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte sich jeder Geistliche, der so etwas unternommen
hätte, damit um Amt und Würden gebracht.“
Der Initiativkreis kritisierte auch das Rahmenprogramm der
Ausstellung. Dabei wurde eine Disko für Jugendliche unter dem Titel „Maria meets Techno“ veranstaltet.
„Maria meets Techno“ lasse auf einen völlig entkernten Glauben seiner Urheber schließen. Techno-Tanz
bedeute Trance-Ekstase, Drogenrausch und Exzesse.
Im Brief verweist der Initiativkreis auch auf eine
Ausstellung, die vor vier Jahren in derselben Kirche unter dem Titel ‘INRI’ stattfand.
Damals habe ein
brasilianischer Solotänzer seine Produktionen fast unbekleidet im Presbyterium und vor dem Tabernakel
zur Schau gestellt:
„In Sankt Johannes würde man so etwas Performance nennen und davon sprechen, daß
sich da ,Theologien des Fleisches und der Berührung’ ergeben“, vermutet der Initiativkreis.
Der Brief
bittet den Bischof dringend, solchem „Treiben“ ein Ende zu setzen.
Der verantwortliche Pfarrer bezeichnete
das Schreiben des Initiativkreises vor der Lokalpresse als „heftig“, „polemisch“ und „denunziatorisch“.
Die Frage, wie viel nackte Haut eine Kirche vertrage, erachtet der Seelsorger als bedeutungslos: „Als
ob es wirklich darauf ankäme.“
Der Pressesprecher des Bistums Rottenburg-Stuttgart erklärte vor der
Lokalpresse, daß sich der für Liturgiefragen verantwortliche Weihbischof Johannes Kreidler des Falles
angenommen habe.
Er sei bereits zum Schluß gekommen, daß die Johanneskirche durch die Fotos der umstrittenen
Ausstellung „nicht entweiht“ worden sei. Die Ausstellung sei auch vom Kirchengemeinderat mit acht zu einer
Stimmen befürwortet worden.
Ein vom Initiativkreis zitierter Kanon des Kirchenrechtes kann aus Sicht
des Weihbischofs nicht angewendet werden: „Dazu hätte wohl eine regelrechte Orgie in der Kirche gefeiert
werden müssen.“
Das Ordinariat teile auch nicht die Auffassung, daß bei der Ausstellung Pornographie
gezeigt wurde, obwohl noch nicht alle Bilder gesichtet worden seien:
„Aber für das, was wir bislang
gesehen haben, gilt, daß man an jedem Zeitungskiosk und in jeder Badeanstalt mehr sehen kann.“
Mit einer
kirchenrechtlichen Strafmaßnahme gegen den Ortspfarrer sei daher nicht zu rechnen. Es werde aber ein
Gespräch zwischen Bischof Gebhard Fürst und dem Priester geben.
Im Gästebuch der Pfarrei stieß die
angebliche Marienausstellung auf heftige Kritik.
„Wie bekloppt muß man sein, um so etwas zu dulden?“,
heißt es dort: „Heut kann man ja alles Kunst nennen.“
Ein anderes Kommentar bezeichnet die Kirche angesichts
der Ausstellung als „Mülldeponie“.
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15 Lesermeinungen
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#14 Benedikt 15:55:50 | Mittwoch, 16. November 2005
@ Krzyszek Jedenfalls nicht in der Kirche, geehrter Krzyszek und jedenfalls nicht in der Weise, dass es
bloß der Provokation dient, wie diese Darstellungen, die nicht bloß nackt sind, sondern auch eine erotische
Botschaft in sich tragen. Es gibt halt, dass wissen Sie eventuell für jedes Plaisirchen seinen Ort. Und
die Kirche ist nicht der richtige Ort für zweifelhafte Kunstprojekte, die sich darin gefallen, durch
erotische oder exhibitionistische Aussagen auf sich aufmerksam zu machen und bei denen die einzige Botschaft
gerade diese Provokation ist. In einem gewöhnlichen Museum würden diese Ausstellungsstücke vermutlich
niemand interessieren, also muss man behaupten es handele sich um Maria und muss das ganze in eine Kirche
verlegen. Ich wüsste nicht, warum die Kirche diesem Beleidiger auch noch zu Lohn und Brot verhelfen soll.
Er hat ja mit seinem Werk mehr als deutlich gemacht, was er von ihr hält.
#13 Krzyszek 15:32:44 | Mittwoch, 16. November 2005
Örtchen „… wenn ein Gast hierfür nicht das vorgesehene Örtchen benutzt?“ Wo, werter Benedikt, ist
denn Ihrer Meinung nach das „vorgesehene Örtchen“ für Nacktheit?
Kreuz.nets neuste Marotte Na toll. Jetzt hat Kreuz.net doch noch pornografisches Fotomaterial auftreiben
können. Ich habe mich schon gewundert, daß gestern nichts Unzüchtiges zu sehen war. Soll damit die
Leserzahl hochgeschraubt werden?
#11 Benedikt 12:46:04 | Mittwoch, 16. November 2005
@ Krzyszek Ich verstehe nicht, wie man sich über Nacktheit aufregen kann. Das ist doch das Natürlichste
auf der Welt. Ja erzählen Sie mir auch, was das damit zu tun hat, dass Nacktheit trotzdem in einer Kirche
als Provokation nichts verloren hat? Wasserlassen ist ebenfalls eine sehr natürliche Angelegenheit. Gestatten
Sie, dass ich mich aufrege, wenn ein Gast hierfür nicht das vorgesehene Örtchen benutzt? Eine Logik
haben Sie…
#10 Krzyszek 10:55:31 | Mittwoch, 16. November 2005
Umerziehung? „Damals habe ein brasilianischer Solotänzer seine Produktionen fast unbekleidet im Presbyterium
und vor dem Tabernakel zur Schau gestellt“ „Umerziehung der Gemeinde zu mehr Nacktheit in der Kirche!?
FKKatechese durch den Gemeindepfarrer??“ Wir werden alle nackt geboren – als Ebenbild Gottes. Ich verstehe
nicht, wie man sich über Nacktheit aufregen kann. Das ist doch das Natürlichste auf der Welt.
#9 Marlene † 23:50:14 | Dienstag, 15. November 2005
„Maria meets Techno“ Zitat: „Maria meets Techno“ lasse auf einen völlig entkernten Glauben seiner Urheber
schließen. Techno-Tanz bedeute Trance-Ekstase, Drogenrausch und Exzesse. Diese Party hört sich ja nach
dem Supergau an! So kann Kirche Spaß machen! Vor allem haben solche Partys in alten Kirchen eine Atmosphähre,
die eine sterile Disco nie bieten könnte. Und was die Trance-Ekstase, den Drogenrausch und die Exzesse
anbelangt, dazu sage ich nur: DIE STRASSE DES EXZESSES FÜHRT ZUM PALAST DER FABELHAFTIGKEIT!!! (alte
Technojüngerweisheit) O
Was mich sprachlos macht ist, daß der Klerus scheinbar zusieht. Man sollte denen – und nicht den Ferkeln,
denn die hätten sogar noch Freude daran – mit dem nackten A… ins Gesicht springen. Mich wundert es
nicht, wenn sich der Islam in allen Facetten breitmachen kann. Bei denen gibt es keine derartigen Verhöhnungen
des eigenen Glaubens. richard
Nürtingen Liebe Leute, was da in Nürtingen abgeht, ist eine Riesensauerei. Wann das nicht der Greuel
der Verwüstung an heiliger Stätte ist, was dann? @ Gotthard: Die Information von kreuz.net ist zutreffend
und für jeden, der Augen hat zu sehen, voll hinreichend. Ein Ordensbruder von mir ist Vorstandsmitglied
des erwähnten Jenninger-Kreises und war mit federführend bei dem Brief und bestätigte mir telefonisch
den Skandal. Das Schlimmste ist wohl, daß diesem Priester und seinem Pfarrgemeinderat jedes Gespür dafür
abgeht, daß sie Blasphemie treiben. Die sind in den Fängen des Teufels und merken es nicht. Gunther.
#6 Copertino 17:44:55 | Dienstag, 15. November 2005
Ziel der Ausstellung wurde nicht erreicht… …schreibt ein Bericht auf der Pfarrgemeinde-HP über die
Ausstellung. Dabei glaubte der Pfarrer, mit der Vorgängerausstellung „INRI“ hätten sich die Besucher
an nackte Haut in der Kirche nun gewöhnt. Das lässt tief blicken: Umerziehung der Gemeinde zu mehr Nacktheit
in der Kirche!? FKKatechese durch den Gemeindepfarrer?? Nun wird der Pfarrer wohl über die Bücher gehen
und sich selbst etwas umgewöhnen müssen. www.kath-kirche-nt.de/…9maria04/maria04.htm
@Gotthardel – einen Haufen Mist … riecht man schon von fern und muss nicht grossartig kommentiert werden.
Wenn Sie aber gerne Ihre Nase noch reinstecken möchten, wie unten links zu sehen … biddeschöööönnn
www.kath-kirche-nt.de/…_1411_onlineBild.jpg! Nur wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Nase hinterher so
aussieht … www.bruecke-sw.de/…Stefan_Nase%2001.htm!
#4 chancel_screen 15:42:49 | Dienstag, 15. November 2005
Klerikales Bildungsbürgertum – nihil obstat Dies ist wieder einmal ein Beispiel für das neurotische,
innerkirchliche Bildungsbürgertum, das keinen Anlaß ausläßt, die peinliche Liberaliät seines wertfreien
Pluralismus zur Schau zu stellen. Ausgerechtnet dort, wo man vor der kannibalistischen FKK-Gesellschaft
sicher sein möchte, in seiner Gemeindekirche also, bekommt man die linke „Religion-ist-Kunst“-Agenda
vorgegaukelt. Typisch, das es wieder die Laien sind, die Sturm laufen, während die kirchlichen Würdenträger
einfach alles zulassen. Zum Verzweifeln!
#2 Gotthard 15:21:12 | Dienstag, 15. November 2005
Glanzleistung-2 Die Redaktion hat mal wieder eine Glanzleistung abgeliefert. Das zitieren eines Briefes
irgendeines Kreises ohne jegliche weitere Infos zur Austellung. Der geneigte Leser hier kann sich keinerlei
Urteil bilden… Irgendwelche Kreise können alle möglichen Behauptungen aufstellen, selbst wenn sie
vor allem aus Akademikern bestehen sollten. Was heißt das schon? Dieser Artikel hat also Informationswert
Null.
Glanzleistung Das ist ja wieder eine Glanzleistung des bischöflichen Ordinariats: Eine gottgeweihte Kirche
mit Jesus im Tabernakel wird mit Zeitungskiosk und Badeanstalt gleichgesetzt – Na, Glückwunsch spes