Befreiungstheologie
Was ist das Kerngeschäft der Kirche?
Ablaß, Exorzismus und Latein sollen in der Kirche archiviert werden, damit „das Wesentliche“ nicht vergessen wird, erklärte ein bekannter deutscher Priester kürzlich in einem Gastkommentar.
(kreuz.net) Am Donnerstag vor Weihnachten publizierte der katholische Pfarrer Roland Breitenbach (70) in der Würzburger Tageszeitung ‘Mainpost’ einen Gastbeitrag zum Thema: „Die Kirche vernachlässigt ihr eigentliches Kerngeschäft“.

Hw. Breitenbach leitet seit über dreißig Jahren die Pfarrei St. Michael in Schweinfurt. Der Ort gehört zur Diözese Würzburg in Bayern. Der Priester hat über 30 Bücher verfaßt und wurde mit seinem Werk „Der kleine Bischof“, das bisher 17 Auflagen erlebte, bekannt.

„Unternehmen, über denen der Pleitegeier kreist, sagt man, steckten ihre letzte Energie in Nebensachen und vernachlässigten ihr Kerngeschäft“, berichtet Pfarrer Breitenbach in seinem Gastbeitrag.

„Immerhin mag es auf diese Weise noch eine Zeit lang gelingen, ein gut laufendes Geschäft vorzutäuschen.“

Diesen Eindruck bekomme man derzeit von der katholischen Kirche.

Nebensachen würden wieder wichtig.

„Zum Beispiel der Ablaß, der ausgerechnet auf dem Weltjugendtag neu ausgerufen wurde. Jüngst der Exorzismus, der nach dem tragischen Tod der Anneliese Michel vor fast 20 Jahren noch im schlimmster Erinnerung“ sei.

Der Ablaß ist – so Pfarrer Breitenbach – sogar im Katechismus eine absolute Nebensache:

„Aber im aufgeblasenen Zustand, als exzessiver Handel, »wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt«, hat er vor knapp 500 Jahren zur Reformation, damit zum Bruch der kirchlichen Einheit geführt. War es das wert, fragen wir heute?“

Die Verfilmung des Schicksals von Anneliese Michel „Der Exorzimus von Emily Rose“ werfe erneut Fragen auf, was der Kirche wirklich wichtig sei: Zumal „der Vatikan“ eine Exorzistenschmiede eingerichtet habe und künftig hunderte Teufelsaustreiber ausbilden wolle.

„Nach dem tragischen Hungertod der jungen Frau aus Klingenberg hatte sich die deutsche Bischofskonferenz vor fast 20 Jahren mit dem Exorzismus intensiv beschäftigt und ihn archiviert“, weiß Hw. Breitenbach zu berichten.

Jetzt behaupte ein italienischer Bischof, der sich als Experte in Teufelsautreibungen sieht, der Satan fürchte nichts mehr als die lateinische Sprache:

„Ob deswegen Papst Benedikt XVI. dazu aufgerufen hat, diese alte Sprache in der Kirche wieder zu beleben, bleibt allerdings zweifelhaft?“

Nebensachen würden zum Eigentlichen und lenkten von den wirklichen Problemen ab:

„Das Kerngeschäft der Kirche, die Verkündigung des herunter gekommenen Gottes, gerät in den Hintergrund.“

„Nicht im Ablaßhandel oder in der Teufelsaustreibung ist der Platz der Kirche, sondern dort, wo die Menschen sind, damit sie Gott im Alltag entdecken und finden können.“
      
17 Lesermeinungen
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#17   Benedikt   12:48:24 | Sonntag, 8. Januar 2006
@ Finthen
Schämen Sie sich dafür,
Vielleicht sollten Sie aufhören, den Splitter in meinem Auge zu sehen und stattdessen lieber den Balken vor Ihrem Auge wahrnehmen. So ein Faß von Beleidigungen, wie Sie es hier ausgekippt haben lässt Ihre Kritik lächerlich erscheinen.
Noch dazu, wo Sie leider überhaupt nicht begriffen haben, was der Kern meiner Aussage war. Im Text scheint es, als wolle Hr. Breitenbach alles streichen, was nicht dem Kerngeschäft der Kirche nutze. Nun, Pfarrstellen sind für die reine Verkündigung nicht wirklich notwendig, denn erst kam die Verkündigung DANN die Pfarrstellen.
Es ist im übrigen nicht wirklich eine Bösartigkeit, wenn man die Praktiken dieses Pfarrers kritisiert. Und Anlass zur Kritik gibt dieser Pfarrer genug, und das will er wohl auch. Also kein Grund, hier den Beleidigten zu spielen.
der nicht bloß von Theologie nichts versteht
Um zu erkennen, dass die von Pfr. Breitenbach verbreiteten Botschaften irrig sind reicht es gerade so.
Seelsorger so heruntermachen zu wollen
Ich mache ihn nicht „herunter“. Im übrigen sorgt er dafür ja selbst.
Sie hängen offenbar dem sog. Deutschen Laiendogma an, wonach Rom grundsätzlich böse, und Leute wie Breitenbach, Drewermann und Hasenhüttl die armen Verfolgten sind. Naja, daran kann ich nichts ändern, gehaben Sie sich wohl.
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#16   Finthen   11:28:48 | Sonntag, 8. Januar 2006
Finten@Benedikt Betr.: Pfr R.Breitenbach
„Benedikt: Kerngeschäft
Was will Hr. Breitenbach zum Ausdruck bringen? … Dann kann ich noch eine ganze Menge anderer Dinge streichen, einschließlich d e r P f a r r s t e l l e von H r. B r e i t e n b a c h, die für die reine Verkündigung ebenfalls völlig überflüssig ist. Hr. Breitenbach sollte sich in die Mission begeben und als Prediger umherziehen…
Interessant wäre es auch zu erfahren, in wie weit der s y n k r e t i s t i s c h e U n f u g von Hrn. Breitenbach der Verkündigung genutzt hat. Vielleicht sollte Hr. Breitenbach mal bei sich anfangen.“
So viel Bösartigkeit mit dem Namen Benedikt = der ein Segen ist zu belegen, ist die Dummheit und Dreistigkeit eines Menschen, der nicht bloß von Theologie nichts versteht, sondern noch dazu von Aufgeblasenheit nur so strotzt. Schämen Sie sich dafür, einen altgedienten Seelsorger so heruntermachen zu wollen! Wenn er Ihnen in seiner Art nicht entspricht, was wäre dabei zu sagen wie Jesus: Laßt beides wachsen bis zum Tag der Ernte! (Mt 13,30) Aber er hat auch gesagt: „Ein schlechter Baum trägt schlechte Früchte. Ihr Teufelspack! Wie könnt ihr durch und durch verlogenen Leute überhaupt etwas Gutes reden? Wie es im Herzen eines Menschen aussieht, das erkennt man an seinen Worten. Wenn ein guter Mensch spricht, zeigt sich, was an Gutem in ihm ist. Ein Mensch mit einem bösen Herzen ist innerlich voller Gift.“ Mt 12,33ff
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#15   Gotthard   09:27:20 | Sonntag, 8. Januar 2006
Früchte
an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Also hier einige Zahlen aus St. Michael Würzburg:
1.141 Mitglieder
durchschnittlich 656 Christen feiern den Sonntagsgottesdienst
81 Kinder und Erwachsene wurden getauft;
38 Paare getraut;
80 Paare nahmen am gemeindlichen Vorbereitungsseminar teil.
Fünf Mitchristen sind aus der Kirche ausgetreten,
neun Frauen und Männer sind eingetreten.
Scheint eine furchtbare Pfarre zu sein …
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#14   expressio   23:45:27 | Montag, 2. Januar 2006
Wie schafft er das?
Wie schafft er das, dieser „berühmte“ Pfarrer Breitenbach? Vor allem, wieviel Zeit muß der Mann haben? Alle diese Bücher zu schreiben, Zeitungsbeiträge, Rundfunkansprachen, „Motorrad“-oder „Bikergottesdienste“ allerorten.
Eine sonderbar schützende Hand hat ihn geradezu gedrängt: Während andere Priester im Bistum Würzburg oft drei, vier oder gar sieben Pfarreien übernehmen dürfen, muß der Ärmste sich seit langem mit einer Pfarrei und nur gut 1000 Pfarrangehörigen begnügen.
Also: ganz einfach: Der Mann hat zuviel Zeit!
Könnte dem Mann angesichts des Priestermangels nicht endlich geholfen werden?
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#13   Detlef Rose   22:54:34 | Montag, 2. Januar 2006
Bravo
Mit Worten läßt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten – am besten ist’s, wenn ihr nur einen hört und auf des Meisters Worte schwört!
So viel mit Goethes Faust zu evtl. missverständlichen Formulierungen.
„Im Kern“ ist’s richtig – und Christen sollten sich stets an die Hauptsache – an das Erlösungswerk Christi – erinnern lassen.
Das gilt für Römisch- und Augsburgisch-katholische Christen gleichermaßen! DAR
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#12   Benedikt   22:19:06 | Montag, 2. Januar 2006
Kerngeschäft
Das „Kerngeschäft“ (ein entsetzlich profaner Ausdruck) der Kirche ist natürlich die Verkündigung. Nur: Was will Hr. Breitenbach zum Ausdruck bringen? Dass nicht verkündet wird? Oder dass nur noch verkündet werden soll? Dann kann ich noch eine ganze Menge anderer Dinge streichen, einschließlich der Pfarrstelle von Hr. Breitenbach, die für die reine Verkündigung ebenfalls völlig überflüssig ist. Hr. Breitenbach sollte sich in die Mission begeben und als Prediger umherziehen. Vom warmen Zimmer im Pfarrhaus von Schweinfurt klingt das ganze unglaubwürdig.
Interessant wäre es auch zu erfahren, in wie weit der synkretistische Unfug von Hrn. Breitenbach der Verkündigung genutzt hat. Vielleicht sollte Hr. Breitenbach mal bei sich anfangen. Und dabei gleichzeitig aufhören, mit einer solchen Ausrede eigene Mängel, Animositäten und Abneigungen schönzureden.
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#11   Elendester Sünder   19:00:34 | Montag, 2. Januar 2006
Der heruntergekommene Gott
„Verkündigung des herunter gekommenen Gottes“ – dieser doppeldeutige Ausdruck atmet den Gestank der Hölle und könnte geradewegs von einer vom Teufel besessenen Pastoralassistentin mit Doppelnamen und schiefem Maul stammen.
Dann dürfen die Judaspriester aber bei ihrer angeblichen bloßen „Verkündigung des herunter gekommenen Gottes“ viele Seiner Worte nicht verkündigen, z.B. Matthäus, Kapitel 10, Verse 5 bis 8:
Diese zwölf sandte JEsus, gebot ihnen und sprach: Gehet nicht auf der Heiden Straße und ziehet nicht in der Samariter Städte, sondern gehet hin zu den verloren Schafen aus dem Hause Israel. Gehet aber und prediget und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeikommen. Machet die Kranken gesund, reiniget die Aussätzigen, wecket die Toten auf, treibet die Teufel aus! Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebet es auch.
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#10   Stimme aus Wien   18:31:55 | Montag, 2. Januar 2006
Josef
No, ja: die ältere Herren mit Prostatabeschwerden wissen sehr wohl, wieso das Kernöl so ein lukratives Geschäft ist.
Bitte in den Reihe der Piusbrüder nachfragen.
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#9   Josef   18:25:05 | Montag, 2. Januar 2006
Kerngeschäft ?
Vor mehr als zwanzig Jahren fragte ich mal eine Kernöl-Händlerin in der Steiermark, warum sie nicht die ganzen Kürbisse verkaufe. „Ja siegst, ich hob mi eb’n aufs Kerng’schäft verlegt.“
Schade, Kürbisse wären ja eigentlich auch sehr gesund, und sei’s nur als Suppe – aber eben nicht so ein lukratives Geschäft.
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#8   Stimme aus Wien   17:50:02 | Montag, 2. Januar 2006
Gotthard-
„Nicht im Ablaßhandel oder in der Teufelsaustreibung ist der Platz der Kirche, sondern dort, wo die Menschen sind, damit sie Gott im Alltag entdecken und finden können.“
unterschreib…!
Keine Frage!
Hier
Stimme aus Wien
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#7   Gotthard   17:38:31 | Montag, 2. Januar 2006
Zentrum
„Nicht im Ablaßhandel oder in der Teufelsaustreibung ist der Platz der Kirche, sondern dort, wo die Menschen sind, damit sie Gott im Alltag entdecken und finden können.“
unterschreib…!
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#6   Stimme aus Wien   16:54:32 | Montag, 2. Januar 2006
Toby.
Also: die Worte von Paulus: „Für die Juden ein Ärgernis, für die Heiden eineTorrheit“
würde ich genau so übersetzen – auch „Gott, der Gangster da oben“ wäre eine sehr gelungene Übersetzung, die das, was Paulus in der Antike sagen wollte, heute treffend zum Ausdruck bringt.
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#5   Gotthard   16:28:38 | Montag, 2. Januar 2006
Sklave
ich empfehle einmal, den Philipper_hymnus zu lesen und dann zu meditieren…siehe Gotteslob Nr 694
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#4   Toby   16:05:45 | Montag, 2. Januar 2006
@ Stimme aus Wien
1. Was ist das Kerngeschäft der Kirche im wesentlichen?
2. Die Formulierung „herunter gekommener Gott“ ist bewusst doppeldeutig gewählt und nicht ganz unproblematisch, um nicht zu sagen blasphemisch. Was soll das? Jürgen Fliege hat nicht zuletzt wegen solch frecher Formulierungen wie „Gott, der Gangster da oben“ seinen Job bei der ARD verloren.
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#3   Stimme aus Wien   15:24:40 | Montag, 2. Januar 2006
Toby.
„Das Kerngeschäft der Kirche: die Verkündigung des herunter gekommenen Gottes“
Eine tolle Definition. Was ist daran auszusetzen?
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#2   expressio   15:21:02 | Montag, 2. Januar 2006
Friede – Freude – …
Die Hoffnung auf ein Weiterrücken auf einen wirklich bedeutenden Bischofsstuhl scheint kreativ auf die Erzeugung von Worthülsen zu wirken. Möglichst oft im TV, möglichst nur mit Nachrichten in der Zeitung, das MUSS und WIRD man in Rom doch würdigen… „wie’s drinnen aussieht, geht niemanden etwas an“.
Wenn man das Verhalten mancher in hoher kirchlicher Verantwortung nicht doch falsch versteht, müßten die Traktate über die Tugenden Klugheit und Mut neu geschrieben werden.
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#1   Toby   14:16:26 | Montag, 2. Januar 2006
Bischof Hofmann
Mit der Ernennung von Friedhelm Hofmann zum neuen Bischof von Würzburg hatten viele Gläubige die Hoffnung verbunden, dass dieser nun endlich – im Gegensatz zu seinem laxen Vorgänger – dem Treiben von Roland Breitenbach ein Ende setze würde. Doch offenbar weit gefehlt. Was muss eigentlich noch alles passieren und publiziert werden, bis das Bischöfliche Ordinariat in Würzburg reagiert?
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