Eine US-amerikanische Langläuferin hofft heute während der Olympischen Spiele in Turin auf ein Wunder. Einen Fürsprecher hat sie sich auch gesucht. Bilder.
(kreuz.net, Turin) Heute wird die US-amerikanische Langläuferin, Rebecca Dussault (25), bei den Olympischen
Spielen in Turin auf der 30 Kilometer Strecke starten. Das ist ihre Spezialdisziplin.
Ihre bisherigen
Resultate sind eher bescheiden. Auf der Strecke über 15 Kilometer erreichte sie am 12. Februar bei 67
Läufern Platz 48.
Beim Mannschaftslaufen am letzten Samstag nahmen 17 Teams teil. Die US-Damen belegten
dabei den 14. Rang.
Doch ihren großen Tag erwartet die katholische Rebecca Dussault heute. Sollte sie
eine Medaille erringen – ist sie überzeugt – wäre das ein Wunder. Als himmlischen Verantwortlichen dafür
nennt sie den Turiner Seligen Pier Giorgio Frassati.
Pier Giorgio wurde 1901 als Sohn wohlhabender Eltern
in Turin geboren und bekehrte sich gegen den Willen seines liberalen Elternhauses. Sein ungläubiger Vater
war der Gründer der liberalen Tageszeitung ‘La Stampa’.
Der Selige starb als 24jähriger Student an
Kinderlähmung. 1981 wurde sein Sarg geöffnet. Der Leichnam war unverwest. Neun Jahre später sprach
ihn Johannes Paul II. selig.
Langläuferin Dussault konkurriert bei den Olympischen Spielen in Turin
nicht für ihren eigenen Ruhm, sondern für den Ruhm ihres Turiner Schutzpatrons Pier Giorgio Frassati –
und das ganz offen:
Rebecca hat den Namen des Seligen groß auf ihre Skier geschrieben. Auf diese Weise
habe sie schon vor Wettkampfbeginn eine Goldmedaille gewonnen, „weil dadurch die Geschichte von Pier Giorgio
erzählt wird“.
Bei den Leuten gebe es deswegen viele positive Rückmeldungen.
Vom Seligen Pier Giorgio
Frassati hörte die Langläuferin zum ersten Mal während Einkehrtagen in ihrem Heimatbundesstaat Colorado
im Herzen der Vereinigten Staaten.
Sie fand in ihm ihr großes Vorbild: „Ich sah viele Parallelen zwischen
seinem Leben und meinem eigenen“, erklärte die Langläuferin laut der US-Tageszeitung ‘Washington Post’.
„Er starb mit 24. Ich bin 24. Er stammt aus Turin. Die Olympischen Spiele sind in Turin. Er liebte die
Berge. In den Bergen Sport zu treiben und an Wettkämpfen teilnehmen, ist genau, was ich mache.“
Deshalb
sei sie vom Seligen Pier Giorgio fasziniert: „Und: Er war auch noch Langläufer.“
Rebecca Dussault hat
mit dem Turiner Seligen einen Pakt geschlossen. Er hilft ihr, durch den Tag zu kommen, und sie hilft ihm,
bei den Leuten bekanntzuwerden.
Die Langläuferin ist bereits seit 1999 verheiratet. Kurz darauf zog
sie sich wegen der Geburt ihres Sohnes Tabor im Jahr 2001 aus dem Wettkampfsport zurück.
Zwei Jahre
später wurde sie von ihrem Mann ermutigt, wieder Rennen zu laufen. Gatte und Sohn begleiten sie seitdem
bei jedem Wettbewerb:
„Sie haben in drei Jahren kein einziges Rennen verpaßt.“
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