16:01:05 | Montag, 1. Mai 2006
Grüße von Dr. Adolf Wahlmann
Die Vorgehensweisen und Erklärungen heutiger Reproduktionsmediziner und ihrer politischen Propagandisten zeigen eine erschreckende Parallelität zu den Aktionen und Argumentationen nationalsozialistischer Ärzte. Von Hubert Hecker.
(kreuz.net) Kürzlich hat der Mainzer Bioethikrat unter der Leitung des rheinland-pfälzischen Justizministers
Herbert Mertin (FDP) eine Kehrtwendung in der Embryonenschutzpolitik gefordert.
Der Gesetzgeber soll
die embryonale Stammzellenforschung weitgehend erlauben und das Klonen „überzähliger Embryonen“ zu Therapiezwecken
nicht mehr unter Strafe stellen.
Bei den beiden Verfahren wird das Zellmaterial von Embryonen – Kleinstkindern –
im frühen Stadium verbraucht. Dabei wird der sich als Mensch entwickelnde Embryo getötet.
Justizminister
Mertin fordert außerdem die Zulassung der bisher in Deutschland verbotenen Präimplantationsdiagnostik .
Bei der Präimplantationsdiagnostik werden außerhalb des Mutterleibs befruchtete Eizellen nach unerwünschten
Anlagen und Eigenschaften untersucht und anschließend selektiert. Auch in diesem Fall werden selektierte
Embryonen getötet.
Der Minister begründet diese Eingriffe und Selektionen so, daß ein Embryo in dieser
frühen Phase nicht mit einem voll entwickelten Menschen gleichgestellt werden könne.
Als weitere finale
Begründung für die Frühtötung von Menschen beten Mediziner wie Politiker unisono die üblichen Heilungsversprechen
für Krebs, Alzheimer, Muskelschwäche oder Querschnittslähmung nach.
Der rheinland-pfälzische Justizminister
konstruiert sogar eine verfassungsrechtliche Schutzpflicht des Staates „für das Leben und die körperliche
Unversehrtheit zukünftiger Patientinnen und Patienten“.
Das Credo von Ex-Kanzler Gerhard Schröder bis
Noch-Minister Mertin lautet: Freiheit für die Stammzellenforschung, für das Verbrauchen – Töten – von
Embryonen, um die Menschheit von unheilbaren Krankheiten zu erlösen.
Mit dieser Argumentation wird der
Mensch zum Mittel für Heilungszwecke verdinglicht und degradiert. Es wird nahegelegt, daß der gute Zweck
des Heilens jedes Mittel rechtfertige.
Einer, der laut und deutlich gegen den Mainzer Bioethik-Un-Rat
protestiert hat, ist Bischof Anton Schlembach von Speyer. Von dem Mainzer Kardinal-Bischof Lehmann hat
man nichts dazu gehört.
Prachtvolle Methoden
„Wir hatten neue prachtvolle Methoden erfunden, um bestimmte
Krankheiten zu heilen, aber keine Gelegenheiten, sie anzuwenden, weil wir die große Masse der unheilbar
Kranken durchschleppen mußten, die unser Budget verbrauchten.“
Bischof Schlembach betont: Der Mensch
entwickelt sich vom ersten Embryo-Tag an bruchlos und zielstrebig als Mensch. Das unveräußerliche Lebensrecht
des Menschen gilt von der Empfängnis an.
„Die Biowissenschaft muß mit ethischer Vernunft gekoppelt
sein, mit Verantwortung vor Gott und den Menschen. In welche Unmenschlichkeiten eine verantwortungslose
oder ideologisierte Wissenschaft führen kann, haben wir im 20. Jahrhundert in zuvor nie dagewesener Weise
erlebt.“
Ein Vertreter dieser therapeutischen Tötungsmedizin ohne Menschlichkeit war der NS-Arzt Adolf
Wahlmann.
Der Mediziner war von 1942 bis 1945 leitender Arzt in der sogenannten Euthanasie-Anstalt Hadamar.
In den Kriegsjahren wurden dort ungefähr 15.000 deutsche Kranke und Behinderte sowie kranke Fremdarbeiter
mittels Gas, Medikamenten oder Mangelernährung umgebracht.
Hadamar liegt im Bundesland Hessen, 60 km
nördlich von Frankfurt.
Dr. Wahlmann – 1947 vor dem Landgericht Wiesbaden für 900 Krankenmorde angeklagt –
rechtfertigte die Dezimierung der Kranken mit therapeutischen Zwecken und Zielen:
Wir hatten „neue prachtvolle
Methoden erfunden wie Kardiazol- und Insulinschock-Verfahren“, um bestimmte Krankheiten zu heilen, aber
keine Gelegenheiten, sie anzuwenden, weil wir die große Masse der unheilbar Kranken durchschleppen mußten,
die unser Budget verbrauchten.
„Deshalb mußte ich daran denken, diese Leute zu dezimieren, um denen
zu helfen und die zu heilen, die wirklich heilbar waren.“
Dr. Wahlmann wurde zu lebenslänglicher Haftstrafe
verurteilt. 1953 entließ man ihn aufgrund seines hohen Alters.
Deutsche Mediziner und Politiker haben
eine besondere Verantwortung dafür, Embryonen tötende und Menschen verzweckende Medizinverfahren abzulehnen.
Der Autor war 13 Jahre lang pädagogischer Mitarbeiter in der Gedenkstätte Hadamar.
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