Vier Monate nach Inkrafttreten des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ versuchen die Feinde der überlieferten Liturgie ihre letzte Taktik: Sie spielen das Phänomen herunter. Von Monika Rheinschmitt.
(kreuz.net) Kürzlich wurden in den Medien Meldungen des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier bekannt,
wonach in der Kirche angeblich kaum Interesse am Alten Ritus bestehe.
Ein Blick auf das folgende Diagramm
zeigt, daß die Realität anders aussieht:
Feier der klassischen römischen Liturgie in Deutschland,
Österreich und der Schweiz
Aus dieser Abbildung lassen sich zwei Aussagen ablesen.
Die Behauptung
einiger deutscher Bischöfe und der Deutschen Bischofskonferenz, wonach in den vergangenen 15 Jahren Bedarf
und Angebot an Alten Messen „auf einem niedrigen Niveau stabil gewesen“ seien, trifft nicht zu.
Im Gegenteil:
Es gab eine kontinuierliche, leider wegen des Widerstands in den Diözesen nur geringe Steigerung der
Zahl der Meßorte.
Wie hoch der Bedarf ist, läßt sich an der explosionsartigen Zunahme der Meßorte
seit dem Inkrafttreten des Motu proprio erahnen.
Innerhalb von ungefähr vier Monaten sprang die Anzahl
der Meßorte von knapp achtzig auf über 120. Das ist eine Steigerung um mehr als fünfzig Prozent.
Man
mag einwenden, daß sich diese Statistik auf das Gesamt der Meßorte in Deutschland, Österreich und der
deutschsprachigen Schweiz beziehe. Das ist richtig.
Wenn man Deutschland jedoch separat betrachtet, ist
die Entwicklung noch dramatischer.
Ende Juni 2007 – also kurz vor Veröffentlichung des Motu Proprio
am 7. 7. 2007 – gab es in Deutschland 36 Orte, an denen die Alte Messe regelmäßig gefeiert wurde.
Seit
dem vergangenen 14. September, als das Motu Proprio in Kraft trat, kamen vierzig Orte hinzu.
Damit hat
sich die Anzahl der Meßorte in Deutschland in weniger als einem halben Jahr mehr als verdoppelt.
Zieht
man in Betracht, daß in Deutschland noch mindestens weitere vierzig Gruppen – zum Beispiel in Horb, Tübingen,
Ulm, Konstanz, Ettlingen, Karlsruhe, Gießen, Pirmasens, Hildesheim – auf die Erfüllung ihres Wunsches
nach der Alten Messe warten, wird deutlich, daß die bisherige Zahl von Meßorten nicht ausreichte – erst
recht nicht, wenn man bedenkt, daß die Priesterbruderschaft St. Pius X. in Deutschland an weiteren fünfzig
Orten Heilige Messen im Alten Ritus zelebriert.
Nicht nur bezüglich der Anzahl der Meßorte kursieren Fehlinformationen.
Auch die Zahl der Gläubigen, die an der Alten Messe teilnehmen, wird konstant zu niedrig angegeben.
Das jüngste Beispiel dafür ist die süddeutsche Stadt Freiburg. Seit dem 6. Januar 2008 wird in der
schönen Adelhauser Kirche im Stadtzentrum von Freiburg alle zwei Wochen die Alte Messe gefeiert.
Laut
Angaben des Ordinariats lagen dafür weniger als zehn Anfragen vor. Es sei folglich mit sechs bis sieben
Meßbesuchern zu rechnen.
Trotz kurzfristiger Ankündigung dieses Gottesdienstes – weniger als eine Woche
vor Beginn der Zelebrationen – kamen etwa 240 Gläubige zur ersten Heiligen Messe, die am 6. Januar stattfand.
Beim zweiten Termin – am 20. Januar – drängten sich ungefähr 300 Gläubige im Kirchenschiff. Zehn Minuten
vor Meßbeginn waren alle Sitzplätze belegt.
Zahlreiche Gläubige mußten auf die Empore und in den
Mittelgang ausweichen. Dreißig bis vierzig Gläubige traten wieder den Nachhauseweg ein, weil in der
Kirche einfach kein Platz mehr vorhanden war.
Es bleibt zu hoffen, daß Bischöfe und Priester in Deutschland
diesen geistlichen Aufschwung begrüßen und den traditionsverbundenen Gläubigen in den immer leerer
werdenden Kirchen großzügig Gastfreundschaft gewähren.
Angesichts der durch die permanent steigende
Zahl der Meßorte und Meßbesucher nachprüfbaren Entwicklung stellt sich die Frage, wie Experten wie
Eberhard Amon vom Trierer Liturgischen Institut unbeirrt von einer „bereits ausreichenden Zahl“ von Meßfeiern
im Alten Ritus sprechen können.
Es ist klar, daß nicht die Anzahl der in den bischöflichen Ordinarien
eingehenden Einzelanträge ausschlaggebend ist.
Denn meistens wird der Bischof – im Sinne von ‘Summorum
Pontificum’ – erst dann hinzugezogen, wenn traditionsverbundene Gläubige und Ortspfarrer keine einvernehmliche
Lösung finden.
Wenn nur diese Problemfälle oder gar – wie offenbar in Freiburg geschehen – nur direkte
Anträge von Einzelpersonen an den Bischof gezählt werden, ergibt sich natürlich ein stark verzerrtes
Bild.
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46 Lesermeinungen
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#46 engelhardt † 10:22:51 | Dienstag, 29. Januar 2008
Juden Als ob 33 n. Chr. die Mehrheit Recht hatte, als die Mehrheit der auf dem Tempelplatz versammelten
Juden und Hohepriester zur Kreuzigung des Herrn und unschuldigen Lammes aufrief. Wieviele Hundertausende
Menschen sollen denn auf dem Tempelplatz versammelt gewesen sein? Ich kann mit nicht vorstellen, dass
innerhalb von ein paar Stunden fast alle Juden aus dem ganzen Land nach Jerusalem gestroemt sind um die
Kreuzigung zu fordern. Gab’s damals schon Autobahn und Zuege? Oder wie genau soll das logistisch vor sich
gegangen sein? Die Christen haben echt die spinnertsten Ideen.
#45 carolusmagnus 20:30:39 | Montag, 28. Januar 2008
Versuchung…/ Richtigstellung Die Versuchung, sich im Schutze der Anonymität des Web-Pseudonyms, auf
abfällige und beleidigende Worte zu verlegen ist wohl für „Heggi“ zu groß um ihr widerstehen zu können.
Einer sachlichen Diskussion wäre es dienlicher, sich auf Fakten zu beschränken. Die ersten drei Sätze
seines Kommentars vom 27.1.2008, 22:54, hätte er sich sparen können, da sie uns in der Diskussion nicht
weiterbringen. Folgendes aus seinem Kommentar möchte ich noch richtigstellen: Er schreibt im weiteren,
ich würde mich seit ewigen Zeiten mit einer Jahrestagung nur noch selbst feiern. Das ist schlichtweg
absurd und zudem eine Lüge und entbehrt jeder Tatsache. Ich habe nie an irgendwelchen Jahrestagungen
der PSE teilgenommen und weiß auch nicht woher er es wissen wollte. Ebenso schreibet er, PSE mache die
Arbeit und nicht mein Verein, welchen Verein meinet er denn mit „Ihr Verein“? Heggi, wie kommen Sie dazu
solche wirren Unwahrheiten zu verbreiten? Wenn Sie über entsprechende Umgangsformen verfügen widerrufen
Sie selbst bitte diese Aussage in diesem Forum.
Ach nee, Sacerdos Helveticus! Die anglikanischen Weihen? Wo ist denn der Unterschied zwischen den anglikanischen
und den neuen Weihen nach Paul VI? Die Anglikaner in den USA haben auch noch seine Bischofsweihe.
Es ist genau umgekehrt,… …erst werden die Hände aufgelegt und dann wird das Weihegebet gesprochen.
Umgekehrt ginge es auch (nach dem heiligen Alphons). Ideal ist gleichzeitig, wie in den ostkirchlichen
Riten. Um das Andauern der Handauflegung zu symbolisieren, deswegen gibt es die Handausstreckung.
Natürlich ist das ausdeutende Wort konstitutiv für das Sakrament. Bei der Weihe wird das Weihegebet
aber über alle Weihekandidaten gesprochen, bevor diesen dann einzeln, schweigend die Hände aufgelegt
werden.
Zahlenspielereien … Zunächst einmal gilt: glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Ohne gründliche und exakte Quellenangabe ist keine Statistik glaubwürdig, schon gar nicht, wenn sie
von den „Feinden der Neuen Messe“ veröffentlicht wird.
@clarissa colonia So einfach ist das mit dem Weihesakrament wohl doch nicht. Ich teile zwar nicht die
Thesen von Karl Murx, dass das neue Weiherituale ungültig sei. Aber neben der Handauflegung müssen auch
die Worte der Weihe adäquat ausdrücken, was geschieht. Worte gehören essentialiter zu jedem Sakrament.
Vgl. die Sakramentsdefinition des Hl. Augustinus: „Accedit verbum ad elementum et fit sacramentum.“ Immerhin
hat Leo XIII. die Weihen der Anglikaner nicht zuerst wegen Fehlen der apostolischen Sukzession, sondern
wegen deren defizitären Weiheformeln für ungültig erklärt.
@Clarissa Danke für die Erklärung. Ich befürchte, dass das dem Herrn Murx aber nicht ausreicht. Ich
stelle mir schon die nun folgende krude Beweisführung zur Ungültigkeit von Weihen vor…
Das Weihesakrament beruht einzig in der schweigenden Handauflegung des Bischofs mit direktem Körperkontakt
zum Weihekandidaten und in der beiderseits korrekten Intention: Des Spenders zu weihen und des Empfängers,
geweiht zu werden. Ein Weiheakt, der das nicht beinhaltet, wäre ungültig. Nicht ungültig wird eine
solche Weihe durch Veränderung der ausdeutenden Riten „drumherum“ Die Gültigkeit der (sakramentalen)
Weihen ist unter Einhaltung der vorstehenden Essentialia auch nicht davon abhängig, ob zuvor die nichtsakramentalen
(niederen) Weihen empfangen worden sind oder nicht. Bei der Bischofweihe muß (nach dem ius mere ecclesiasticum)
noch der päpstliche Weiheauftrag als Ordnungsvorschrift hinzutreten bzw. vorliegen, weil diese sonst
ipso facto als schismatischer Akt gewertet wird.
Man sollte den NOM verbieten und die alte Messe verpflichtend machen. Das hätte den Vorteil, dass dann
beim nächsten Urbi et Orbi an Ostern der Papst allen deutschen Gläubigen persönlich unter Namensnennung
frohe Ostern wünschen kann.
Das 6. Bild … … der Bilderstrecke (Elevation des Kelches, Heben der Casel) drückt bestimmte Dinge
aus, auch Glaubensdinge, die nur noch selten verstanden werden.
Niemand will den die NOM! nur die meisten trauen sich nicht das konkret auszusprechen und/oder zu schreiben!
Sie fürchten sich den Bann der V-II/NOM-Bischöfe zuzuziehen, was völliger Quatsch ist und nur dem eigenen
Seelenheil schadet! AUFWACHEN!
k.h. Friedgen Hallo, da bin ich wieder! Was soll denn das Gejammere über die Haltung der Bischöfe? Ist
doch nichts Neues! Pro Missa Tridentina (PMT) und ihr „Funktionär“ (Und auch Sie!) beklagen sich da und
haben es eigentlich nicht anders verdient. Was hat man denn über die ganzen Jahre gemacht? Man muß kein
Freund von FSSPX sein, aber Tatsache ist auch, daß sich PMT und andere mehr oder minder im Windschatten
der Lefebvrianer bewegt haben, um gleichzeitig den Bischöfen immer wieder brav zu bekunden, mit den Schismatikern
habe man nichts zu tun.
Die Häkelspitzen der Albe Die Bilderserie beschreibt das Geschehen im sechsten Bilde nicht korrekt. Es
handelt sich nämlich nicht nur um die Elevation des Kelches, ein bedeutungsvoller Akt, der in diesem
Ausmaße natürlich nicht notwendig wäre, würde die Messe zur Gemeinde hin gefeiert. Gleichzeitig geschieht
die um vieles bedeutungsvollere Elevation der Casel, damit die Gemeinde die zauberhaften Häkelspitzen
im unteren Teil der Albe bewundern kann.
@K. Murx: Der neue Weiheritus widerspricht sicherlich keinem Dogma Hier ist der Link auf die jüngste
Aufarbeitung der Studie zu den neuen Weiheriten. 5 Mbyte Oder gibt es ein Dogma über etwas, was im Weiheritus
keineswegs fehlen darf, und das im neuen Weiheritus fehlt? Wohl kaum! Damit hat der Papst auch einen gültigen
Weiheritus approbiert.
#30 k.h. Friedgen 23:05:47 | Sonntag, 27. Januar 2008
@heggi Warum sind Sie nicht bei der Wahlberichterstattung geblieben? Ihren Beitrag als „Geseiche“ zu bezeichnen,
wäre ja noch ein unverdientes Lob. carolusmagnus hat sich zum Thema klar und auch sachlich geäußert.
Ob alle seine Zahlen bis zum letzten Prozentpunkt stimmen, sei dahingestellt. Das hat er ja auch gar nicht
für sich in Anspruch genommen. Fakt ist jedenfalls, daß der Wille des Papstes, den Leuten, die die Alte
Messe wünschen, sie auch zu ermöglichen, mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln von unseren ach
so papsttreuen Hirten hintertrieben wird.
carolusmagnus Die Wahlberichterstattung heute Abend war spannender als Ihr erneutes Geseiche. Deshalb
melde ich mich auch erst jetzt. Mein Herr, Sie reden sich wahrlich um „Kopf und Kragen“. Auf die Missa
Tridentina kann man in der Sache wenig setzen. Tatsächlich hat Pro Sancta Ecclesia (PSE) das Feld längst
positiv besetzt, auf dem Sie sich seit ewigen Zeiten mit einer Jahrestagung nur noch selbst feiern. PSE
macht die Arbeit, nicht Ihr Verein. Und das macht PSE zugestandenermaßen doch gut und wirksam, ohne direkt
ein Anhänger von PSE und der sog. alten Messe zu sein.
carolusmagnus schrieb: „Entscheidend … ist … die Anerkennung der Dogmen „ Genau darum geht es im Ritenstreit:
ist die Messe ein Opfer, wie es der Alte Ritus zum Ausdruck bringt, oder ist die Messe ein Mahl, wie es
der NOM zum Ausdruck bringt (z.B. indem die Textstellen mit dem ‘Opfer’ zensiert wurden, das Wort kommt
praktisch nicht mehr vor, soweit nicht als Hochgebet der alte Canon verwendet wird) Diese dogmatische
Frage – längt zugunsten des Opfers entschieden – wird durch die fragwürdigen Texte des NOM nicht korrekt
beantwortet. Genau deshalb, also aus dogmatischer Sicht, ist der NOM abzulehnen. Das Geplänkel um die
Sprache ist zweitrangig.
Was will man mit Messen, die von Pseudo-Priestern zelebriert werden? Hier ist der Link auf die jüngste
Aufarbeitung der Studie zu den neuen Weiheriten. 5 Mbyte www.kreuz.net/…2270.attachment2.doc
@bernd stomberg Wem das nicht passt, der kann doch gerne die Konfession wechseln oder eine eigene Kirche
gründen! Wäre wahrscheinlich der einfachere Weg. Ich würde niemals die katholische Kirche verlassen.
Schließlich ist nur sie der Weg und Schlüßel zur Wahrheit. Eine neue Kirche haben allerdings die Lefebvristen
gegründet
HBR et alii „Ich sehe keinen Sinn darin, die Liturgie in der Volkssprache zu feiern“, sagt der eine. „Ich
kann einer lateinischen Liturgie nichts abgewinnen“, sagt ein anderer. Ist das ein Problem? Muss man immer
die eigene Sichtweise zum alleinigen Maßstab erheben? Warum kann es nicht schlicht und ergreifend beides
geben: Lateinische Liturgie im ordentlichen und außerordentlichen Usus und volkssprachliche Liturgie
im ordentlichen Usus! Wo ist das Problem. Die Menschen sind nun einmal verschieden. Ich persönlich schätze
die lateinische Liturgie sehr, sie kommt meiner persönlichen Spiritualität näher, nehme in der Regel
aber an volkssprachlichen Liturgien teil, da es in meiner näheren Umgebung keine lateinischen Messen
regelmäßig gibt. Warum dieses ewige Gemecker von beiden Seiten? Dieses ewige Gestreite, was denn nun
besser sei! Zum erhabenen göttlichen Geheimnis gibt es durchaus mehrere Wege. Und in unserer katholischen
Kirche haben sowohl Latein als auch die Volkssprachen Raum! Wem das nicht passt, der kann doch gerne die
Konfession wechseln oder eine eigene Kirche gründen! Wäre wahrscheinlich der einfachere Weg.
#24 carolusmagnus 21:32:53 | Sonntag, 27. Januar 2008
Streit um Zahlen… Benedikt XVI. hat in „Summorum Pontificum“ keinerlei Angaben über notwendige Zahlen
von potentiellen Gottesdienstbesuchern des außerordentlichen Ritus gemacht. Es ist die Rede von einer
Gruppe. Die Größe der Gruppe wird nicht eigens definiert. Nach dem Grundsatz „tres faciunt collegium“
und der Aussage des Neuen Testamentes „… wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen…“ genügen
theoretisch zwei bzw. drei Personen. Für den NOM ist mir ebenfalls keine kirchlich approbierte Vorschrift
bekannt, die Mindestzahlen von Gottesdienstbesuchergruppen erwähnt. Beim außerordentlichen Ritus hat
der Pfarrer lt. „Summorum Pontificum“ den Wunsch „bereitwillig aufzunehmen“ (Art5 §1). Warum sollen nicht
zwei Riten friedlich nebeneinander existieren können. Im Orient gibt es zahlreiche verschiedene Riten
der unierten Kirchen. Entscheidend für die Einheit der Katholischen Kirche ist nicht (!), daß alle den
gleichen Ritus praktizieren, sondern die Anerkennung der Dogmen und des Papstes (!), daran scheitert es
doch viel eher. Die Katholische Kirche hat es bisher gut verkraftet verschiedene Riten zu dulden. Es geht
doch nicht um kleinkarierte Zählerei, wieviele Gottesdienstbesucher welchen Ritus besuchen, davon schreibt
der Papst auch nichts…
@ HBR Mir jedenfalls gibt das Lateinische überhaupt nichts. Es nötigt Ihnen ja niemand einen Besuch
auf. Lassen Sie die anderen doch, wenn es deren Spiritualität eher entspricht. Ich zB mag keine Orchestermessen.
Mir fiele es dennoch nicht ein, deshalb ein Verbot dieser Messen zu erreichen. Anderen gefällt das sehr
gut. @ Libertas Ecclesiae Es ist klar, dass mit einer Erweiterung des Angebots auch der Besuch steigt.
Die Frage ist, ob man darauss schließen kann, dass man nur genügend Messorte schaffen müsste und schon
würden die Besucherzahlen explodieren. Vermutlich gibt es noch Bedarf für etliche Messorte, doch eine
Massenbewegung erwarte ich ehrlich gesagt nicht. Das wichtigste wird sein, überhaupt erstmal die Akzeptanz
der Normalität einer zweiten Form des Ritus zu erreichen.
@ Benedikt 80 Messorte bedeuten kaum 8000 Besucher. Insgesamt sind es um 3 Mio. Das sind die Zahlen! Es
ist doch vollkommen klar, dass nach vierzigjähriger Entwöhnung die absoluten Zahlen der Gottesdienstbesucher
auf den ersten Blick gering anmuten. In der offiziellen DBK-Statistik werden sie ja nicht eigens erfasst
(und es fragt sich, inwiefern man die Piusmessen hier mitzählen müsste). Aber man muss hier natürlich
auch die Verhältnismäßigkeit berücksichtigen. Wenn man von gegenwärtig (Januar 2008) geschätzten
8000 Besuchern der Messfeiern nach dem usus antiquior ausgeht, so bedeutet das eine Zunahme von mehr als
50 % seit September 2007 und eine Verzehnfachung seit 1988 (Motu Proprio „Ecclesia Dei“). Im gleichen
Zeitraum (1988-2008) hat sich die Gesamtzahl der katholischen Gottesdienstbesucher in Deutschland von
sechs auf rund drei Millionen nahezu halbiert. Und, wie ich schon an anderer Stelle sagte, kommt es beim
Thema „Alte Messe“ nicht in erster Linie auf die Kategorie des „Bedarfs“ an, wie uns die meisten Bischöfe
glauben machen wollen. Den eigentlichen „Bedarf“ wird man statistisch wohl kaum erfassen können. Nur
ein persönliches Beispiel: Ich gehe sonntags mangels Gelegenheit selbstverständlich in die NOM-Messe
(einigermaßen würdig gefeiert in einer Klosterkirche), würde aber natürlich auch gerne die überlieferte
Form mitfeiern. Die nächste „Alte Messe“ ist jetzt ca. 80 km entfernt (vor dem MP 200 km), da kann ich
leider nicht jeden Sonntag hinfahren.
Ich sehe nach wie vor keinen Sinn Warum ist es einigen so wichtig, dass sie eine lateinische Messe feiern?
Für die Gläubigen ist es sicherlich besser, wenn sie in ihrer Muttersprache mitbeten können und auch
alle Gebete verstehen, ohne dass sie umständlich den Schott mitschleppen müssen. Mir jedenfalls gibt
das Lateinische überhaupt nichts.
#19 Fürchtegott 20:23:58 | Sonntag, 27. Januar 2008
Sehr richtig! Golfi die die Aussage des Vatikans ignorieren und wieder Unkraut unter die“ Saat“ streuen
wollen, in dem sie die Lüge verbreiten, „ die Hl.- Messe der Bruderschaft sei ungültig“. Das Wirken
des „Vaters der Lüge“.
@ Libertas Ecclesiae Fakt aber ist, dass das Thema nicht so marginal ist, wie die meisten Bischöfe und
andere Verantwortungsträger in Deutschland tun. 80 Messorte bedeuten kaum 8000 Besucher. Insgesamt sind
es um 3 Mio. Das sind die Zahlen! PS. Warum darf es eigentlich in Gießen (Bistum Mainz) immer noch keine
alte Messe geben, wissen Sie dazu etwas Genaueres? www.kreuz.net/article.6254.html Bei der im Artikel
genannten Krypta handelt es sich offenbar um diesen www.kirche-giessen.de/…lbertusGieen/e3.html Raum.
Dort würden die 300 Antragsteller offentsichlich nicht hereinpassen, allein der Wunsch des Antragstellers
nach diesem Raum bedeutet, dass er nicht mit annähernd 300 Leuten rechnet. Da haben wohl alle möglichen
unterschrieben, die sich grundsätzlich für derarige Angebote einsetzen.
#17 carolusmagnus 20:20:32 | Sonntag, 27. Januar 2008
…teilweise recht dümmlich… Trotz oder gerade wegen der unsachlichen und beleidigenden Worte einige
Anmerkungen: Wenn „Heggi“ genau gelesen hätte statt Dinge hineinzulesen, die ich nicht geschrieben habe,
würde er ehrlicherweise zugeben müssen, daß ich nirgendwo behauptet habe, der Meßbesuch hätte 1962
bei 100% gelegen. Fakt ist, daß 85-90% am Sonntag keinen Gottesdienst mehr besuchen. Das wäre für echte
„Seelsorger“ oder „Hirten“ beängstigend. Fakt ist ebenfalls, daß die Zahl der Gottesdienstbesucher in
den letzten Jahrzehnten rückläufig ist. Daß das am NOM liegt habe ich nirgendwo geschrieben, einen
Zusammenhang könnte man sicherlich teilweise vermuten. Bisher habe ich wenig davon bemerkt, daß man
über diesen Rückgang ernsthaft besorgt ist. Die „Missa tridentina“ als Chance zu begreifen um den weiteren
Rückgang zu bremsen sehe ich als ein erfolgversprechendes Experiment an. „Reaktionäre Kirchenfunktionäre“:
„reaktionär“, weil sie keine Veränderung wollen und sich dagegen sträuben, dieses Experiment der „alten
Messe“ zu unternehmen und an ihrem gewohnten NOM festhalten wollen. „Kirchenfunktionäre“: diejenigen
Kirchenvertreter, bei denen die „Nächstenliebe“ denen gegenüber, die – konform mit dem Wunsch des Papstes –
den außerordentlichen Ritus wünschen, auf der Strecke bleibt und bei denen aus Angst vor Machtverlust
mehr „kirchenpolitische“ Erwägungen im Vordergrund stehen. Von wahrer „Hirtensorge“ bekommen die Antragsteller
für die Messe nach dem 1962-er Missale Johannes’ XXIII. meist wenig zu spüren.
hbr hat mal nichts wieder verstanden. Es geht um die wachsende Interesseam alten Ritus, da ist es zweitrangig
von wem, hauptsache katholisch. Die Zahlen belegen doch steigende Interesse und diese würden um ein Vielfaches
größer sein ,wenn die Bischöfe Ihre Blockardestrategie aufgeben würden. Natürlich gibt es wieder
ein paar Unverbesserliche, die die Aussage des Vatikans ignorieren und wieder Unkraut unter die“ Saat“
streuen wollen, in dem sie die Lüge verbreiten, „ die Hl.- Messe der Bruderschaft sei ungültig“.
Libertas Ecclesiae Gewiß ist nicht zu bestreiten, daß der NOM nicht unwesentlich zu diesem Rückgang
beigetragen hat. Es geht mir nur um dieses dumme Zahlenspiel von carolusmagnus. 1965 lag der Meßbesuch
bei ca.50 – 60 %. Wenn nach Ihren Anganben selbst 70 % weggeblieben wären, dann wäre das seit dieser
Zeit ein Rückgang des Meßbesuchs von damals bis heute von insgesamt ca. 35 %. Hoch und schlimm genug!
Aber die Rechnung von 85-90% ist schlicht „kalter Kaffe“. Im übrigen sind die Zahlen im Rheinschmitt-Beitrag
nur allzu euphorisch. Auch das sind mehr propagandistische Zahlenspiele, zu denen man viel sagen könnte.
Tatsächlich läßt sich aus den gegenwärtigen Zahlen neuer Meßorte für die mittelfristige Akzeptanz
der außerordentlichen Meßform noch gar nichts ablesen. Das sieht man selbst bei FSSPX viel nüchterner,
ja man kann sagen: ausgesprochen realistisch. Wie nachhaltig der Meßbesuch selbst an den neuen Meßorten
mittelfristig (sagen wir in den nächsten 2 Jahren) sein wird, auch das muß man noch abwarten. Wenn außerdem
nicht das komplette Seelsorgeangebot angehängt wird, hat das alles wenig Sinn. Dann bleibt das ein schönes
sonntägliches Meßprogramm in Form einer Einzelaufführung. Im übrigen kann man Pro Missa Tridentina
nur zurufen: Hallo, auch schon aufgewacht! Warum? Weil da auch offensichtlich nur Vereinsfunktionäre
sitzen, die sich bisher einmal im Jahr nur ein schönes Wochenende machen.
@Bischof Alois? Hat nicht auch auf allen Konzilien der Grundsatz gegolten „Die Mehrheit hat immer recht!“
Oder kennen Sie ein Konzil, auf dem die Beschlüsse der Minderheit verbindlich gemacht wurden?
@ Heggi Fakt ist, dass der Gottesdienstbesuch seit Einführung des Novus Ordo Missae (NOM) in Deutschland
um ca. 70 % zurückgegangen ist. Ich will da keineswegs einen Kausalzusammenhang behaupten, aber Tatsache
scheint doch ganz offenkundig zu sein, dass der NOM den Erwartungen seiner „Erfinder“ nicht gerade gerecht
geworden ist. Wenn der NOM angeblich so gut ist, dass er die überlieferte Form der Messe flächendeckend
ersetzt hat, wo sind dann die Gläubigen geblieben? Würde ein aufwendig gedrehter Spielfilm die erwarteten
Zuschauerzahlen weit hinter sich lassen, spräche man von einem Flop.
carolusmagnus et al. Ihre Argumentation ist vordergründig und teilweise recht dümmlich. Deshalb schadet
sie der Sache mehr als sie nützt. Tun Sie doch nicht so, als ob der Sonntagsmeßbesuch z.B. 1962 noch
bei 100 % lag und seitdem wg. des NOM 85% und mehr weggeblieben sind. Und wer sind denn die „reaktionären
Kirchenfunktionäre“? Sie hauen ohne Sinn und Scham nur auf den Putz. Alles verbales Geschwätz! Nur gut,
daß es auf Sie nicht ankommt!
Immer noch über 50 km Fahrt Wir müssen immer noch über fünfzig Kilometer fahren, um am Samstag nachmittag
an einer alten Messe teilnehmen zu können. Ein Witz ist das!
#9 carolusmagnus 16:33:04 | Sonntag, 27. Januar 2008
Reaktionäre Kirchenfunktionäre… Da sind reaktionäre Kirchenfunktionäre am Werk, die mit allen Mitteln
verhindern wollen, was der Papst ausdrücklich gewünscht hat, wie schon zu Zeiten der „Indult-Messen“.
Wenn man so mit den berechtigten Wünschen der Gläubigen umgeht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn
Jahr für Jahr weniger Katholiken ihren Glauben praktizieren und die Gottesdienste besuchen. Noch ca.
10-15% sonntägliche Gottesdienstbesucher und 85-90% (!) die sonntags lieber zuhause bleiben. Jede Firma,
die 85-90% ihrer Kunden verloren hätte würde ihre bisherige „Geschäftspolitik“ überdenken, ihre Manager
austauschen und nach neuen Chancen und Bereicherungen ihres Sortimentes suchen. Das fadenscheinige Deckmäntelchen
der Nächstenliebe, Toleranz und Offenheit, mit dem sich diese reaktionären Kirchenfunktionäre sonst
so gerne schmücken, kann die Gläubigen wohl auch nicht mehr täuschen. Diese Ideologen wollen die „alte
Messe“ nicht, weil es ihr Lebenswerk in Frage stellt und man vielleicht irgendwann zugeben müsste, daß
die Zahl der Gläubigen, die den alten Ritus bevorzugen, größer ist als man uns immer einreden will.
Wenn es so wenige sind, warum hat man dann solche Angst davor und behindert die Umsetzung von „Summorum
Pontificum“? Das Modell der jüngst vom Papst als Vorbild für die Kirche bezeichneten Personalpfarrei
für den außerordentlichen Ritus in Rom in „Santa Trinta dei Pellegrini“ wurde Ende September schon von
der Deutschen Bischofskonferenz vorausahnend für ganz Deutschland ausgeschlossen.
#8 Tridentinus 16:25:31 | Sonntag, 27. Januar 2008
Wenn man die Kategorie des Bedarfs überhaupt anwenden will, muss man statistisch natürlich zweifellos
die „Angebote“ der FSSPX mit berücksichtigen. Ich glaube, wir sollten so ehrlich sein, zuzugeben, dass
demoskopisch jede Messe im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus inzwischen von einer „Minderheit“
gefeiert wird. Zu Gunsten welchen Ritus bzw. Usus die Entwicklung langfristig ausfallen wird – wie sich
also die Mehrheitsverhältnisse innerhalb einer Minderheit gestalten werden – wird sich abbzeichnen. Gerade
innerhalb dieses allgemeinen Minderheitenstatus praktizierender katholischer Christen, hat der alte Usus
mE gute Chancen, zu einer relativen Mehrheit zu werden.
#7 Alois Bischof 15:14:57 | Sonntag, 27. Januar 2008
Frau Dr. Rheinschmitt hat natürlich Recht und verdient für ihren Einsatz unsere Dankbarkeit. Zum Thema:
Es zeigt schon wie sehr die Pest eines blinden Demokratismus (‘Mehrheit hat immer Recht’) das konziliare,
liberale bzw. neomarxistische Episkopat verseucht hat. Als ob 33 n. Chr. die Mehrheit Recht hatte, als
die Mehrheit der auf dem Tempelplatz versammelten Juden und Hohepriester zur Kreuzigung des Herrn und
unschuldigen Lammes aufrief. Zwar ist die Demokratie an sich eine legitime Staatsform, jedoch nicht von
alleine seligmachend. Das aber sieht der abgefallene agnostische Klerus wohl nicht so. Die glauben sie
könnten sich vor Gott mit dem Satz ‘Aber alle taten doch so und wollten so’ rechtfertigen; also sowieso
mit einer Lüge, denn die schweigende Mehrheit ist nicht immer und überall in sich liberal bzw. neomodernistisch.
Ein wahrer Christgläubige sagt aber: ‘Et si omnes, ego non!’
Bedarf Vielleicht sind sich Bischöfe und Gruppen auch über die Definition von Bedarf über kreuz. Beim
Thema „Alte Messe“ geht nicht nur bzw. nicht in erster Linie um den „Bedarf“. Wo soll denn dieser plötzlich
herkommen, wenn vierzig Jahre lang für den weitaus größten Teil der Katholiken von vornherein so gut
wie keine Möglichkeit bestand, diese Form der Liturgie auch nur kennenzulernen. Fakt aber ist, dass das
Thema nicht so marginal ist, wie die meisten Bischöfe und andere Verantwortungsträger in Deutschland
tun. Diese mögen sich lieber einmal mit der „Bedarfsentwicklung“ der Messfeiern in der ordentlichen Form
in den letzten dreißig Jahren befassen, da sieht die Bilanz sehr ernüchternd aus. PS. Warum darf es
eigentlich in Gießen (Bistum Mainz) immer noch keine alte Messe geben, wissen Sie dazu etwas Genaueres?
Man könnte den Wortgottedienst zum Volk zelebrieren und die Eucharistie zum Hochaltar. Das wär ein schöner
Kompromiss. Jeder der Liturgiegeschichte kann weiß dass es falsch ist zu behauten durch alle Zeit hindurch
dürfe nichts verändert werden. Sogar Pius X hat Liturgie reformiert. Fakt ist es gibt einen unveränderlichen
Kernteil der hl Messe und Teile die angepasst werden können. (An die Gemeinde, Region, Sprachgebiet etc)
Vielmehr geht es darum inwiefern die Ehrfurcht die Würde, das Heilige zum Ausdruck kommt und jeder billige
Profanramsch verhindert werden kann. Persönlich empfinde ich das übertrieben praktizierte gemeinschftliche
Element als Ehrfurchtsmildernd und profanisierend.
Messe der Minderheit Bitte nicht vergessen, dass die „tridierte“ Messe Jahrhunderte Liturgie einer Mehrheit
war…nun kann ich mir vorstellen, dass die Zeit wieder kommen wird, wo die Minderheit wieder zur Mehrheit
wird…what goes around comes around…
Bedarf Vielleicht sind sich Bischöfe und Gruppen auch über die Definition von Bedarf über kreuz. Wenn
zB ein neuer Messort 30 Gläubige aus einem Umkreis von 50 km anzieht, dann ist das vielleicht nicht das,
was ein Bischof unter Bedarf versteht. Ein Pfarrer zB würde ja auch nicht aus dem Wunsch von 2 Pfarrangehörigen
nach einer Maiandacht einen erhöhten Bedarf für die Einrichtung einer solchen Möglichkeit ableiten.
Bitte differenzieren Zieht man in Betracht, daß in Deutschland noch mindestens weitere vierzig Gruppen –
zum Beispiel in Horb, Tübingen, Ulm, Konstanz, Ettlingen, Karlsruhe, Gießen, Pirmasens, Hildesheim –
auf die Erfüllung ihres Wunsches nach der Alten Messe warten, wird deutlich, daß die bisherige Zahl
von Meßorten nicht ausreichte – erst recht nicht, wenn man bedenkt, daß die Priesterbruderschaft St.
Pius X. in Deutschland an weiteren fünfzig Orten Heilige Messen im Alten Ritus zelebriert. Die Pius –
Sekte kann man hier nicht mit einrechnen. Das Motu Proprio gilt zunächst mal innerhalb der katholischen
Kirche. Für die Pius – Anhänger gilt das Motu Proprio erst nach reumüter Rückkehr in Demut. Zur alten
Messe selbst: Wir sollten niemals vergessen, dass die tradierte Messe lediglich den außerordentlichen
Ritus darstellt. Das Motu Proprio ändert nichts daran, dass die jetzige moderne (schönere) Form der
heiligen Messe der ordentliche Ritus ist. Ich finde, dass diejenigen, welche die tradierte Messe feiern
wollen, dies auch tun sollen. Es wird aber immer die Messe einer Minderheit bleiben.