10:19:43 | Mittwoch, 29. Juli 2009
Was ist der Grund für die rassistische, brutale, verantwortungslose Regierungspolitik Israels im Heiligen Land? Ein katholischer Philosoph hat die Antwort gefunden.

Der emeritierte Philosoph Robert Spaemann
(kreuz.net) Dem Staat Israel ist es in dem mehr als einem halben Jahrhundert seiner Existenz nicht gelungen,
als bereichernder, modernitäts- stimulierender Teil der Region anerkannt zu werden.
Das erklärte der
Philosoph Robert Spaemann am 25. Juli in einem Beitrag für die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’.
Als
eine der entscheidenden Ursachen dafür sieht Spaemann die Tatsache, „daß Israel nie so etwas wie eine
Bringschuld des zunächst unwillkommenen Neuankömmlings gegenüber seinen Nachbarn, insbesondere aber
gegenüber der eigenen arabischen Bevölkerung, empfunden und anerkannt hat.“
Der Staat Israel sei immer
„als Herr“ aufgetreten, der nach einem langen Exil nun wieder sein angestammtes Erbe antrete – „unter
gewisser, eingeschränkter Berücksichtigung der bisher dort lebenden Bevölkerung“.
Den Einheimischen
werde keine Gleichberechtigung zugestanden.
Den Gedanken des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber
(† 1965) an einen gemeinsamen jüdisch-arabischen Staat Palästina hält Spaemann inzwischen für einen
ausgeträumten Traum, „obgleich er wahrscheinlich der einzig realistische war.“
Er weist darauf hin,
daß rechtsextreme israelische Regierungskreise zur Zeit erwägen, den israelischen Arabern den Gedenktag
der Vertreibung von Hunderttausenden aus ihrer Heimat zu verbieten.
Das Bleiberecht der Einheimischen
wird sogar von einer förmlichen Anerkennung eines „jüdischen Charakters“ des Staates Israel abhängig
gemacht.
Damit werde ihr Status als Fremde in ihrer Heimat endgültig festgeschrieben.
Spaemann erinnert
daran, daß Israel UN-Beschlüsse ignoriert. Gegen Israel gerichtete Beschlüsse des Sicherheitsrates
scheitern am Veto der Vereinigten Staaten:
„Hier liegt meines Erachtens die Antwort auf die Frage, warum
es im Nahen Osten zu keinem Frieden kommt“ – urteil der Philosoph: „Der Schlüssel zu einem solchen Frieden
liegt in Amerika.“
Washington habe die Existenz Israels zum Teil seiner Staatsraison gemacht: „Daß die
deutsche Bundeskanzlerin erklärt, das gleiche zu tun, ist natürlich absurd.“
Spaemann fragt: „Will
Frau Merkel wirklich die Existenz der Bundesrepublik Deutschland von der Fortexistenz des Staates Israel
abhängig machen?“
Wenn Deutschland seine Existenz mit der des Staates Israel identifizieren wolle, dann
gelte auch: Wer Schutz gewährt, muß die Bedingungen diktieren können.
Spaemann verweist die deutsche
Bundeskanzlerin auf die Realität: „Glaubt Frau Merkel wirklich, die Atommacht Israel würde sich ausgerechnet
von Deutschland ihre Politik diktieren lassen?“
Das erlaubt Israel nicht einmal den USA. So hat der rassistische
israelische Außenminister erklärt, daß die USA letztlich jede Entscheidung Israels mittragen werden:
„Ebendies aber ist der Grund des Übels“ – konstatiert Spaemann.
Nicht die Existenzgarantie für Israel
und nicht die massiven Hilfen aus Amerika seien der Fehler: „Ohne diese Garantie hätte dieser Staat keine
Zukunft.“
Gegen die Gesetze des Politischen wird nach Spaemann dadurch verstoßen, daß die US-Garantie
„bedingungslos“ ist.
Die israelische Regierung wisse, daß sie sich an keine US-Vorgaben zu halten hat:
„So muß die Politik dieses Staates immer in einem tiefen Sinn unverantwortlich bleiben.“
Israel könne
handeln wie ein Halbwüchsiger, „der deshalb nie erwachsen wird, weil, was auch immer er anrichtet, der
Papa es schon richten wird und er nie die Suppe auslöffeln muß, die er sich eingebrockt hat.“
Das Wort
„bedingungslos“ hat im politischen Raum nichts verloren – erklärt Spaemann.
Dieser Zustand ist für
ihn dann besonders verhängnisvoll, „wenn der Starke seinen Schutz bedingungslos dem Schwächeren garantiert
und damit dem Schwanz erlaubt, mit dem Hund zu wedeln.“
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